Deckende Holzfenster-Beschichtung

Makellose Oberflächen bei jedem Holz

Welcher Beschichtungsaufbau ist am besten? Bei der Entscheidung helfen die Teknos-Experten vor Ort. Eine erste Orientierung geben unsere Beschichtungsempfehlungen für typische Anforderungen. In diesem Artikel: Deckende Beschichtungen für Holzfenster.

Klassisches Weiß, Trendfarben wie Anthrazit, farbliche Akzentuierung von Gebäudefassaden - deckend beschichtete Fenster und Außentüren spielen im Markt eine große Rolle. Bei der Beschichtung gibt es einiges zu beachten. Welche Holzarten sollten imprägniert werden? Wie sperrt man Farbveränderungen am besten ab? Kann es bei dunklen Farbtönen zu Problemen bei hohen Temperaturen kommen? Teknos hat die Antworten und unterstützt Fenster- und Türenhersteller mit technischem Knowhow und den passenden Systemaufbauten.

Imprägnieren oder nicht?

Wie bei lasierenden Beschichtungen gilt: Die Resistenzklasse entscheidet über den Einsatz einer Imprägnierung. Hölzer ab Resistenzklasse 3 (darunter fallen alle Nadelhölzer) müssen auf jeden Fall imprägniert werden. Bei Resistenzklasse 1-2 ist eine Imprägnierung möglich, in manchen Fällen auch ratsam. Das gilt zum Beispiel für Weisseiche, die trotz Resistenzklasse 2 anfällig für Bläuebefall ist und daher imprägniert werden sollte.

Ein Sonderfall ist Meranti. Innerhalb der im Fensterbau eingesetzten Arten gibt es erhebliche Schwankungen bei der Rohdichte. Daher liegt die Resistenzklasse von Meranti je nach Art und Rohdichte zwischen 2 und 4. Meranti mit einer Resistenzklasse schlechter als 2 muss imprägniert werden. Eine Orientierung gibt die Gewichtsklasse. Ab 550 kg/m³ ist Meranti in der Regel resistent genug, um ohne Imprägnierung auszukommen. Fensterhersteller sollten beim Einkauf also die Dokumentation der Gewichtsklasse beachten.

Geeignete Teknos-Produkte für die Imprägnierung sind GORI 356 und TEKNOL AQUA 1410-01. Die pigmentfreie Imprägnierung auf Wasserbasis bietet einen zuverlässigen, wirksamen Schutz vor Bläue und holzzerstörenden Pilzen und entspricht EN 599. Sie eignet sich für Flut- und Tauchverfahren, trocknet schnell und bildet keine Flecken.

Helle Farbtöne ohne Beeinträchtigung

Durch Inhaltsstoffe oder markante Farbunterschiede im Substrat können vor allem bei hellen Farbtönen Farbveränderungen entstehen. Ersteres betrifft in erster Linie Harthölzer. Bei fast allen Harthölzern können Tannine und wasserlösliche Farbinhaltsstoffe ausbluten und den Decklack verfärben. Besonders stark ist der Effekt zum Beispiel bei Eiche, wo die Gerbsäure im Holz bei helleren Farbtönen zu störenden gelblichen Verfärbungen führt. Auch bei vielen Meranti-Arten sind solche Verfärbungen möglich. Deswegen sollte bei Harthölzern ein Sperrgrund eingesetzt werden. Er verhindert, dass wasserlösliche Inhaltsstoffe in die Endbeschichtung gelangen. Teknos hat dafür ANTISTAIN AQUA 2901 im Programm. Die Spezialgrundierung eignet sich für Tauch-, Flut- und Spritzverfahren und kann auch als Zwischenbeschichtung eingesetzt werden.

Eine weitere Herausforderung sind Farbstoffe im Holz, die vor allem bei hellen Endbeschichtungen zu Durchschlägen führen können. Das tritt zum Beispiel auf, wenn Äste mitverarbeitet werden (wie typischerweise in den nordischen Ländern) oder wenn das Holz markante Unterschiede zwischen Kernholz und Splintholz aufweist. Vor allem bei Farbkernhölzern wie Lärche und Kiefer können Farbinhaltsstoffe im Kernholzbereich zu störenden optischen Effekten führen. Auch hier heißt es: Absperren. Die passende Lösung ist der spritzbare Astversiegler ANTISTAIN AQUA 5200. Er bindet Farbstoffe aus Ästen und Kernholz und vermindert die Verfärbung der Endbeschichtung.

Der Sperrgrund kann auch als Zwischenbeschichtung zur Porenfüllung eingesetzt werden. Deswegen empfiehlt sich bei Laubhölzern ein Aufbau mit zwei Schichten ANTISTAIN AQUA 2901 für 200 µm Schichtstärke. Bei normalen Nadelhölzern, die keine Porenfüllung brauchen, genügt eine Sperrgrundierung mit 175 µm Schichtstärke, die mit einem einzigen Spritzauftrag zu erzielen ist.

Spezielle Pigmente für dunkle Farbtöne

Für eine zuverlässige Endbeschichtung stehen die deckenden Varianten von AQUATOP 2600 zur Verfügung. Der wasserverdünnbare Decklack ist gut zu verarbeiten, äußerst witterungsbeständig und bietet zuverlässigen Schutz vor UV-Stahlung. Grundsätzlich sind alle Farbtöne nach RAL- und NCS-Skala und Glanzgrade von 15 bis 60 möglich. Die Teknos-Farblabore helfen bei auftragsbezogenen Farbtönen nach bauseitiger Spezifikation und bei der Entwicklung eigener Farbtonkollektionen.

Bei dunklen Farbtönen sollte man allerdings beachten, dass die Oberfläche die UV-Strahlen wesentlich stärker absorbiert und sich auf über 70 Grad aufheizen kann. Bei harzreichen Hölzern wie Fichte kann das zu einem Harzfluss führen, der die Lackschicht beeinträchtigt. Deswegen bietet Teknos als Option für dunkle Farbtöne eine Ausführung von AQUATOP 2600 mit speziellen Pigmenten an. Diese sogenannten 'kalten' Pigmente bewirken, dass mehr UV-Strahlen reflektiert werden und sich die Oberfläche deutlich weniger aufheizt.

Wer diese Möglichkeit nicht nutzt, kann bei harzreichen Hölzern zur Sicherheit sehr dunkle Farben vermeiden oder auf harzärmere Alternativen ausweichen (etwa Tanne statt Fichte). Entsprechende Empfehlungen findet man in den Unterlagen einiger Verbände und Institute, so etwa in Deutschland in der Rosenheimer Fenstertabelle. 

Deckende Beschichtung von Nadelhölzern (3-Schicht-System)

  • Imprägnierung GORI 356 / TEKNOL AQUA 1410 -01
  • Grundierung ANTISTAIN AQUA 2901
  • Endbeschichtung AQUATOP 2600 

Deckende Beschichtung von Laubhölzern und einigen Nadelhölzern [Kiefer, Lärche] (4-Schicht-System)

  • Imprägnierung GORI 356 / TEKNOL AQUA 1410 -01 (zwingend erforderlich ab Resistenzklasse 3)
  • Grundierung ANTISTAIN AQUA 2901
  • Zwischenbeschichtung ANTISTAIN AQUA 2901
  • Endbeschichtung AQUATOP 2600

Helle Farbtöne sind anfällig für Farbveränderungen. Laubhölzer sollten mit ANTISTAIN AQUA 2901 grundiert werden, um Holzinhaltsstoffe abzusperren. Bei Nadelhölzern mit Ästen oder markantem Kernholz verhindert ANTISTAIN AQUA 5200 Verfärbungen in der Endbeschichtung.